Innovative Forschungsprojekte mit dem Patienten
Die Medikamenten- und Therapiestudien
Das Kompetenznetz Darmerkrankungen stellt auch eine kooperative Gemeinschaft von Studienzentren dar. Vor allem neue biotechnologische Medikamente zur Therapie der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wurden so untersucht und entwickelt. Getestet wurden unter anderem Interleukin-10, Antikörper gegen TNFalfa und Adhäsionsmoleküle sowie antisense Oligonukleotide. Weitergehende Studien wurden bereits aufgelegt. So wird derzeit beispielsweise in einer Netzwerkuntersuchung die Wirksamkeit von Cyclophosphamid bei schweren Verläufen von Morbus Crohn überprüft.
Das Kompetenznetz Darmerkrankungen wirkt damit maßgeblich an der Entwicklung neuer Medikamente und Therapien mit, die perspektivisch in die standardisierte Behandlung von Crohn und Colitis überführt werden.
Einige der Studien, die unter Beteiligung des Kompetenznetzes durchgeführt wurden, sind im folgenden exemplarisch in Kurzform porträtiert.
Weitergehende Informationen zu laufenden wie abgeschlossenen Studien erteilen die Zentren des Kompetenznetzes Darmerkrankungen gern. Wenden Sie sich dafür bitte an das Nationale Koordinationsbüro des Forschungsverbundes: 0431/597-3937. 1. Interferon beta-1a in ulcerative colitis: a placebo controlled, randomised, dose escalating study: Nikolaus S, Rutgeerts P, Fedorak R, Steinhart AH, Wild GE, Theuer D, Mohrle J, Schreiber S.
In dieser Studie wurde Interferon-beta-1a gegen Placebo getestet. Die Ergebnisse belegen einen möglichen Nutzen für den Wirkstoff bei der Behandlung der moderat aktiven Colitis ulcerosa.2. A randomized, placebo-controlled trial of certolizumab pegol (CDP870) for treatment of Crohn's disease: Schreiber S, Rutgeerts P, Fedorak RN, Khaliq-Kareemi M, Kamm MA, Boivin M, Bernstein CN, Staun M, Thomsen OO, Innes A; CDP870 Crohn's Disease Study Group.
Antikörper gegen Tumornekrosefaktor alpha stellen seit Ende der neunziger Jahre eine der vielversprechendsten Therapieansätze in der Behandlung des aktiven bzw. chronisch aktiven Morbus Crohn dar. Der Wirkstoff Certolizumab (CDP870) besitzt den Vorteil, dass er bei ähnlich guter Wirksamkeit wie Infliximab (Remicade) ein deutlich geringeres Nebenwirkungsprofil besitzt.
Neben CDP870 wurden durch die Mitglieder des "Kompetenznetz Darmerkrankungen" zudem die gegen Tumornekrosefaktor alpha gerichteten Antikörper Infliximab (Remicade; s.u.) und Adalimumab (Humira; Manuskript in Vorbereitung) getestet.3. Natalizumab for active Crohn's disease: Ghosh S, Goldin E, Gordon FH, Malchow HA, Rask-Madsen J, Rutgeerts P, Vyhnalek P, Zadorova Z, Palmer T, Donoghue S; Natalizumab Pan-European Study Group.
Natalizumab ist ein Antikörper gegen humanes Alpha4a- integrin, der gezielt die Leukozytenmigration u.a. in Epithelzellen verhindert und damit antiinflammatorische Wirkung besitzt. In dieser Studie wurde eine gute Wirksamkeit dieser Substanz bei moderat- bis hochaktivem Morbus Crohn belegt.
Neben diesen Wirkstoffen wurde eine Vielzahl weiterer vielversprechender Medikamente von Mitgliedern des "Kompetenznetz Darmerkrankungen" getestet. Darunter innovative neue Wirkstoffe aber auch Medikamente, die bereits eine Indikation für andere Bereiche innerhalb der Medizin besitzen. Über aktuelle Studienangebote informiert das Nationale Koordinationsbüro des "Kompetenznetz Darmerkrankungen": 0431/597-3937.
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