06.09.2010 Startseite Flash-Version >>>              Suche:

Akutlinderung und Prophylaxe
Die Bändigung des hochaktiven Immunsystems
Bei der Therapie chronisch entzündlicher Darmerkrankungen sind die Behandlung eines akuten Entzündungsschubs und das prophylaktische Vorgehen im beschwerdefreien Intervall zu unterscheiden.
Zur akuten Linderung von CED stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die die Entzündung kurzfristig hemmen und so die Beschwerden des Patienten reduzieren.

Diesen Zweck erfüllt vor allem das Hormon Kortison. Medikamente mit diesem Wirkstoff können kurzfristig auch in hoher Dosis genommen werden. Wegen der Nebenwirkungen von Kortison bei einer Einnahme über einen längeren Zeitraum sind diese Präparate für eine andauernde Behandlung ungeeignet.

Aber auch wirksame kortisonfreie Medikamente wie Aminosalizylate taugen nicht zur dauerhaften Einnahme. Sie wirken ohnehin nur bei leichteren Krankheitsschüben. Bei einigen Patienten haben sich andere kortisonfreie Medikamente durchaus bewährt. Diese Immunsuppressiva reduzieren die gesteigerte Aktivität des körpereigenen Abwehrsystems von CED-Patienten. Dadurch wird die Entzündung vorübergehend zurückgedrängt. Allerdings können Immunsuppressiva die körpereigene Abwehrkraft insgesamt schwächen und so unerwünschte Wirkungen auf andere Organe zeigen.

Das Kompetenznetz rät deshalb, den Einsatz solcher Medikamente nur sehr erfahrenen Medizinern vorzubehalten. Gleiches gilt für die Anwendung sogenannter Biologika, die darauf zielen, die Signalübermittlung zwischen den Zellen des Immunsystems oder die Zellen selbst zu beeinflussen.

Bekanntestes Präparat dieser Gruppe ist Infliximab (Remicade). Verschiedene andere Biologika befinden sich in der Entwicklung. Infliximab hat inzwischen einen festen Stellenwert in der Behandlung von Morbus Crohn eingenommen, wenn die Standardtherapie versagt hat. Auch für Colitis ulcerosa gibt es positive Therapieansätze mit Biologika. Ob und welches Präparat wann eingesetzt werden soll, ist für diese spezifische CED-Erkrankung heute aber noch nicht ausreichend verifziert.

Über die medikamentöse Therapie hinaus ist vom behandelnden Arzt ein Therapieplan zur dauerhaften Behandlung dieser lebenslangen Erkrankung zu entwickeln. Dabei geht es vorrangig um eine Veränderung von Ess- und Lebensgewohnheiten sowie die Gabe von speziell entwickelten Nahrungsergänzungsmitteln, die den grundlegend veränderten Bakterienhaushalt von CED-Patienten wieder ins Gleichgewicht zu bringen beabsichtigen.

Ziel ist es, so jeweils eine erneute Entzündung so lange wie möglich zu verhindern. Dies streben auch verschiedene Therapieansätze an, die einzelnen Patienten bereits partielle Linderung verschafft haben, aber keine verallgemeinerbaren Standards in der CED-Behandlung darstellen. Sie sind im folgenden unter der Rubrik "Weitere Therapien" dargestellt.
Therapie_Colitis.pdf 40.33 KB
Therapie der Colitis ulcerosa
Therapie_Crohn.pdf 38.51 KB
Therapie des Morbus Crohn
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