Impfungen: Infektionsschutz für Sie
PatientInnen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED)
haben bei schwerem Krankheitsverlauf ein erhöhtes Risiko, an Infektionen zu
erkranken. Bei einer Behandlung mit Immunsuppressiva ( z.B. Azathioprin,
TNF-alpha-Antikörper usw. ) steigt dieses Risiko noch einmal deutlich an.
Sie sollten daher alles Mögliche tun, um eine Gefährdung durch
Infektionen zu vermeiden. Für zahlreiche Infektionen kann das Risiko einer
Erkrankung durch vorbeugende Impfungen deutlich gesenkt werden; bei anderen Infektionskrankheiten ist ein solcher
vorbeugender Schutz leider bisher nicht möglich ( z.B. Tuberkulose unter
TNF-alpha-Antikörper-Behandlung).
Die Impfstrategie für CED-Patienten ist im Grunde einfach:
- Wird
eine CED ( Morbus Crohn, Colitis ulcerosa ) erstmals diagnostiziert, sollten
Sie das Thema „Impfungen“
frühzeitig mit Ihrem Arzt besprechen.
- Die
Standardimpfungen nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO)
sollten überprüft und ggf. eine Auffrischimpfung vorgenommen werden. Dies wird
in der Regel beim Hausarzt geschehen.
- Macht
der anfängliche Krankheitsverlauf den späteren Einsatz von Immunsuppressiva
wahrscheinlich, sollten zusätzliche Impfungen außerhalb des üblichen
Impfprogrammes durchgeführt werden ( z.B. Grippe- und Pneumokokken-Impfung,
Hepatitis-B-Impfung )
- Impfungen
mit Lebendimpfstoffen ( z.B. gegen Windpocken und Masern) dürfen keinesfalls
während einer schon laufenden immunsuppressiven Therapie oder kurz davor oder
danach durchgeführt werden ! Die Impfung könnte in diesem Fall selbst eine
Infektion auslösen! Impfungen mit sog.Totimpfstoffen (das sind die meisten
Impfstoffe: diese enthalten inaktivierte „abgetötete“ Erreger) sind dagegen
auch unter immunsuppressiver Therapie ohne Gefährdung möglich – allerdings kann
die Schutzwirkung der Impfung dann vermindert sein.
- PatientInnen
mit CED sollten von sich aus den behandelnden Arzt auf das Thema „Impfungen“
ansprechen und einen möglichst umfassenden Impfschutz anstreben. Die Impfungen
müssen im Impfbuch genau dokumentiert werden; das Impfbuch ist somit bei für
Sie als CED-PatientIn ein ganz wichtiges, sorgfältig zu führendes und
aufzubewahrendes Behandlungs-Dokument.
- Achten
Sie als CED-Patient darauf, dass auch die Menschen in Ihrem familiären Umfeld
geimpft sind. Damit wird das Risiko von Infektionen in Ihrer Umgebung und damit
wiederum für Sie weiter gesenkt.