Therapie

Bislang ist nur für orales Budesonid eine Wirksamkeit belegt. Für die kollagene Kolitis liegen vier placebokontrollierte Studien vor, was die Besserung von klinischer Symptomatik, Lebensqualität und auch histologischem Befund betrifft. Eine sechs- bis achtwöchige Therapie mit Budesonid 9 mg pro Tag ergab Remissionsraten von ≥ 80 % (Baert et al. 2002, Miehlke et al. 2002, Bonderup et al. 2003, Miehlke et al. 2014).

Für die lymphozytäre Kolitis gibt es bislang zwei kleine randomisierte, placebokontrollierte Studien (RCT), die vergleichbar hohe Remissionsraten aufweisen (Miehlke et al. 2009, Pardi et al. 2009). Bei 60 bis 80 % der Patienten kommt es zu einem rezidivierenden Verlauf nach Abschluss einer wirksamen Kurzzeittherapie, was die Notwendigkeit eines langfristigen Therapiekonzepts unterstreicht (Miehlke et al. 2005.). Hierzu zeigen Studien über sechs Monate und einem Jahr eine Ansprechrate von 75 % bei 6 mg pro Tag über ein halbes Jahr (Miehlke et al. 2008, Bonderup et al. 2009) und 61 % von Patienten mit kollagener Kolitis mit 4,5 mg pro Tag über ein Jahr (Münch et al. 2014). Nach Absetzen der Erhaltungstherapie kam es häufig erneut zu klinischen Rezidiven (Bonderup et al. 2009, Münch e al 2014). In einer multivariaten Analyse von vier RCT konnten bei einer kollagenen Kolitis eine lange Diarrhödauer (> 1Jahr), eine hohe Stuhlfrequenz (> 5/Tag) vor Beginn der Remissionsinduktionstherapie sowie das Fehlen einer remissionserhaltenden Therapie als signifikante Risikofaktoren für ein klinisches Rezidiv identifiziert werden (Miehlke et al. 2013).

Neben Budesonid gibt es derzeit keine Medikamente, deren Wirksamkeit nach evidenz-basierten Kriterien belegt wurde (Münch u. Langner 2014). In einzelnen kleinen RCT wurden systemisches Prednisolon, Probiotika und Boswellia serrata Extrakt untersucht, aber kein positiver Nutzen konnte nachgewiesen werden (Chande et al. 2008). In einer aktuellen europäischen RCT bei Patienten mit kollagener Kolitis war orales Mesalazin (3 g pro Tag) nicht wirksamer gegenüber Placebo (Miehlke et al. 2014). Antidiarrhoika wie Loperamid sind erfahrungsgemäß bei milder Symptomatik als alleinige Maßnahme oder bei schwerer Symptomatik als additive Therapie hilfreich, aber nicht in adäquaten Studien untersucht. Auch Coleystramin kann bei einem milden Verlauf eingesetzt werden. Die Datenlage zu Immunsuppressiva (Azathioprin/6-MP) ist bislang nicht ausreichend und teilweise kontrovers, daher wird von einem generellen Einsatz abgeraten (Pardi et al 2001, Münch et al. 2013). Zu Biologika liegen nur vereinzelt Fallberichte vor, die jedoch positive Effekte bei therapierefraktären Patienten gezeigt haben (Esteve et al. 2011, Münch et al. 2012).