Histologische Manifestation

Je nach histologischem Erscheinungsbild werden bei der mikroskopischen Kolitis drei Subtypen unterschieden: die kollagene Kolitis, die lymphozytäre Kolitis sowie neuerdings auch die inkomplette mikroskopische Kolitis (Bjørnbak et al. 2011, Aust 2012, Münch u. Langner 2013). Alle drei Formen zeigen eine Inflammation der Lamina propria mit einer erhöhten Zahl von Lymphozyten und Plasmazellen.

Für die kollagene Kolitis wird ein verdicktes Kollagenband > 10 µm als diagnostisches Kriterium angesehen (Magro et al. 2013) – in unsicheren Fällen wird eine Tenascin- oder Van-Gieson-Färbung empfohlen. Eine lymphozytäre Kolitis ist histologisch charakterisiert, wenn die Anzahl der intraepithelialen Lymphozyten > 20 pro 100 Epithelzellen beträgt und das Kollagenband unauffällig erscheint – in unsicheren Fällen wird hier eine CD3-Färbung empfohlen. Bei der inkompletten mikroskopischen Kolitis ist das Kollagenband über die Norm verdickt (> 5 µm) und/oder die Anzahl der intraepithelialen Lymphozyten erhöht (> 5 IEL/100 Epithelzellen). Allerdings werden die geforderten Grenzwerte für die Diagnose der kollagenen Kolitis oder der lymphozytären Kolitis nicht überschritten.

Da der Endoskopiebefund bei der mikroskopischen Kolitis typischerweise unauffällig ist, führen nur Entnahmen von Schleimhautbiopsien aus dem Kolon zur Diagnose. Eine Analyse von zwei europäischen Multicenterstudien (187 Patienten mit kollagener Kolitis) hat gezeigt, dass das entzündliche lymphoplasmazelluläre Infiltrat im Sinne einer Pankolitis homogen verteilt ist. Die Dicke des Kollagenbandes zeigt dagegen einen signifikant abnehmenden Gradienten von proximal nach distal (Aust et al. 2013). Deshalb sollte mindestens je eine Biopsie aus dem Ascendens, Transversum und Descendens entnommen werden, um eine möglichst hohe diagnostische Aussagekraft zu erzielen. Zudem ist darauf zu achten, dem Pathologen wichtige klinische Informationen mitzuteilen bzw. konkret die Frage nach einer mikroskopischen Kolitis zu stellen.