Ätiologie und Pathophysiologie

Die Ursachen der mikrokopischen Kolitis sind noch ungeklärt. Verschiedene externe und interne Faktoren werden diskutiert (Münch et al. 2012a, Pardi u. Kelly 2011). Zur Pathogenese wird angenommen, dass intraluminale Agenzien wie Gallensäure, Medikamente und Microbiota eine Rolle spielen. So bietet die mikroskopische Kolitis ein typisches TH1-Zytokin-Profil (Tagkalidis et al. 2007). Außerdem wurde gezeigt, dass durch die Anlage einer Ileostomie eine komplette histologische Remission und nach Stomarückverlegung ein Rezidiv der Erkrankung eintreten kann (Janeröt et al. 1995, Münch et al. 2005). Möglicherweise ist auch der Dünndarm involviert, häufig lassen sich dort histopathologische Veränderungen nachweisen. Bei über 30 % der Patienten besteht ein Gallensäurenverlust (Sapp et al 2002, Ayata et al. 2002).

Drei Studien aus den letzten Jahren deuten darauf hin, dass Rauchen sich als wesentlicher Risikofaktor für die mikroskopische Kolitis herausstellt. In einer Untersuchung aus Schweden war die Prävalenz von Rauchern mit mikroskopischer Kolitis (37 %) deutlich höher als bei Kontrollen (17 %) (p < 0.001, OR = 2.95), vor allem in der Altersgruppe 16 bis 54 Jahre war der Unterschied erheblich (50 % vs. 18 %, p < 0.001, OR = 4.5). Zudem erkranken Raucher durchschnittlich 14 Jahre früher als Nichtraucher (Vigren et al. 2011). In einer Studie aus den USA (340 Patienten mit mikroskopischer Kolitis) wurde vergangenes oder aktives Rauchen als Risikofaktor (OR 2.1) identifiziert (Yen et al. 2012a). Demzufolge verstärkt aktives Rauchen das Risiko für die kollagene Kolitis (OR 5.4) sowie für die lymphozytäre Kolitis (OR 3.8). In einer spanischen Fallkontrollstudie von 190 Patienten mit mikroskopischer Kolitis erwies sich aktives Rauchen ebenfalls als Risikofaktor (kollagene Kolitis OR 2,4, lymphozytäre Kolitis OR 3,8). Auch in dieser Studie erkrankten Raucher signifikant früher als Nichtraucher (∆ 13 Jahre) (Fernandez-Banares et al. 2013 a und 2013b).

Einige Fall-Kontrollstudien haben eine Assoziation der mikroskopischen Kolitis mit medikamentösen Auslösern gezeigt, insbesondere mit NSAR, Lansoprazol und SSRI (Bonderup et al. 2014, Fernandez-Banares et al. 2013a). Ein kausaler Zusammenhang konnte allerdings nur in einzelnen Fällen belegt werden.